Was hälst du von Meditation? Du musst dabei an tibetanische Mönche denken und schüttelst abwehrend den Kopf? Du hälst nichts von Spiritualität und wer hat überhaupt Zeit zu meditieren?

Ich selbst bin jemand, der sich sehr ungern Zeit für sich selbst nimmt. Damit meine ich nicht, dass ich mich nicht auch mal zurück ziehe oder gern Zeit allein verbringe. Ich würde nur niemals auf die Idee kommen mich irgendwann im Laufe des Tages mal zur Ruhe zu setzen. Selbst ein Mittagsschlaf steht für mich nur im äußersten Notfall zur Frage. Ich bin mir bewusst, dass ich dabei gerade auch in stressigeren Zeiten von meinem Körper konstante ‚Höchstleistung‘ verlange ohne ihm einen Ausgleich zu bieten. Ich spüre wie ich regelrecht ausbrenne, doch ich bin unfähig mir selbst zu helfen.

Nun hat meine Freundin Aline mir einen Monat bei Headspace geschenkt. Headspace ist eine Webseite, die Online-Meditation anbietet (leider nur auf Englisch). Man zahlt 9,95 im Monat (oder weniger, wenn man längere Abonnements abschließt) und bekommt somit Zugriff auf unterschiedliche Mediations-Videos. Headspace ist darauf ausgelegt auch absolute Mediations-Anfänger (wie mich) in die Mediation einzuführen. Ich absolviere also gerade das Einsteigerbündel, welches aus zehn 10-minüten Meditationsvideos besteht. Die Fortgeschrittenen-Videos dauern dann von 15 Minuten bis zu 2 Stunden. 

Der Gründer von Headspace ist Andy Puddicombe, Sportwissenschaftler und Ex-tibetanischer Mönch (ja, da sind wir wieder beim Klischee). Doch so wie das Video ist auch die gesamte Headspace-Webseite grafisch bis ins letzte Detail durchgestylt. Es ist deutlich das Headspace viel Wert darauf legt hip zu sein und sich von Meditations-Vorurteilen zu lösen. Im Grunde erinnert mich die gesamte Headspace-Grafik an ein Spiel und genau wie in einem Spiel meditiert man sich sozusagen die nächsten Videos frei. Die Anweisungen während der Mediation sind klar und einfach zu befolgen. Die Stimme des Sprechers ist außerdem sehr angenehm. 

Headspace bietet die Meditationsvideos in Bündeln (wie beispielsweise mein Anfängerbündel) oder einzeln an. Bei den Einzelvideos gefallen mir besonders gut das SOS-Mediationsvideo oder das On-the-Go-Video. Letzteres bietet dir unter anderem eine kleine Meditationseinheit während des Essens an. Dazu können nicht einmal so leidenschaftliche Multitasker und Dauer-Durch-Powerer  wie ich nein sagen. Die Bündel sind in die drei Kategorien Leistungs, Gesundheit und Beziehung aufgeteilt. Hier kannst du konkret gegen Stess/Ängste/… oder für mehr Selbstbewusstsein/Fokus/Kreativität/… meditieren. 

Ich bin wirklich begeistert von Headspace. Ich wollte schon lange einmal das Meditieren ausprobieren und obwohl ich noch nicht sehr weit bin, kann ich bereits jetzt erste positive Veränderungen spüren. Mein Körper ist vermutlich so dankbar, dass er nach 24 Jahren auch mal eine Pause bekommt, dass er alles gibt, damit ich auch ja weitermache. Nein, im Ernst: mir ist oft bewusst, dass ich angespannt, unausgeglichen oder gestresst bin, doch es war mir bisher nicht möglich mir selbst aus diesen Situationen oder Phasen heraus zu helfen. Headspace allerdings bringt einem Methoden (Atem, Fokus, …) bei, wie man auch ohne Anleitung besser solche Situationen für sich lösen kann. Also vergiss den Tag im Spa, meditieren ist der neue Urlaub. 

Hast du bereits Erfahrung mit Meditation? Was für positive Veränderungen hast du bei dir festgestellt? Würdest du Meditation mal ausprobieren?