Der Invert (auch Chopper oder V Invert) ist einer der ersten großen Meilensteine in jeder Pole Karriere. Mit einem Invert hebst du dich endgültig von der breiten Masse der Nicht-Polerinnen ab und erhälst wahrscheinlich dein erstes „Wow, du kannst ja krasse Sachen“. Den wenigsten Pole Anfängerinnen fällt der Invert allerdings in den Schoß und ich spreche hier eindeutig aus Erfahrung. So kann einen, frustrierenderweise, der Invert monatelang davon abhalten deutlich mit dem Pole Training voran zu kommen.

Ein Invert erfordert ein beachtliches Maß an Kraft und Technik, die erlernt und genügend geübt werden muss. Wenn die entsprechenden Muskelgruppen zu schwach sind und dein Körper noch nicht bereit für einen Invert, dann gibt es leider keine Abkürzung. Du musst so lange Muskelaufbautraining betreiben, bis deine Muskeln genügend ausgeprägt sind. Bei vielen meiner Schülerinnen stelle ich allerdings fest, dass ein schlecht oder nicht gelingender Invert oft eher ein Technikproblem ist. Denn der Invert ist technisch viel komplizierter als er auf den ersten Blick scheinen mag. Es endet keineswegs damit einfach die Beine irgendwie über den Kopf zu kicken und sich verzweifelt an die Pole zu klammern.

Ich verrate dir heute ein paar Techniktricks, wie dein Invert endlich sauber gelingt. Außerdem erkläre ich dir 3 Dinge, die du vermutlich falsch machst, wenn dein Invert einfach nicht klappen will. 

  1. Du stehst falsch an der Pole

Die Position deines Körpers in Bezug zur Pole Stange ist das erste entscheidende Kriterium für einen gelingenden Invert. Wenn du tendenziell hinter der Pole stehst, wird dein Invert nicht gelingen. Wenn du parallel neben der Pole stehst, könntest du es schaffen, machst dir das Leben aber unnötig schwer. Positioniere dich also so, dass du maximal eng an der Pole stehst und deine Hüfte vor der Pole ist. In dieser Position gibt dir die Pole Rückhalt und unterstützt deine Bauchmuskeln beim Aufgang. 

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2. Du greifst zu hoch und deine Ellenbogen zeigen nach außen

Für den Invert gehst du in einen Strong Hold und greifst mit deinem inneren Arm von hinten um die Pole, bis sich die Stange in deiner Achsel befindet. Deine Hand ist im True Grip (Finger und Daumen umgreifen die Pole, Daumen zeigt nach oben) und befindet sich ungefähr auf Augenhöhe. Die äußere Hand greift ebenfalls an die Pole, über die innere. Beide Fäuste sind nah beieinander. Der innere Arm drückt fest an die Pole und der Ellenbogen zeigt nach vorn. Wenn du den Ellenbogen nach außen zeigen lässt, kannst du nicht genügend Druck mit deinem Arm auf die Pole ausüben und hast keinen sicheren, noch stabilen Strong Hold

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Ein weiterer Fehler, den ich oft beobachte, ist, dass Pole Anfängerinnen zu hoch greifen. Im nächsten Schritt bringst du die Beine über den Kopf, streckst die Arme und lässt den Oberkörper nach hinten unten sinken. Wenn du so hoch greifst, dass deine Arme beinahe gestreckt sind, musst du entweder in den Invert springen oder du kannst unmöglich deinen Oberkörper nach hinten unten sinken lassen.

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3. Du beendest den Crunch zu früh

Der dritte und letzte essentielle Teil eines gelingenden Inverts ist ein maximaler Crunch. Viele meiner Pole Schülerinnen sind stark genug für einen sauberen Invert, beachten Punkt 1 & 2, beenden allerdings den Crunch zu früh und scheitern. Ein ordentlicher Crunch, der dich zu einem erfolgreichen Invert führt, findet statt, wenn dein Becken nach vorn gekippt ist und die Knie maximal nah an der Brust. Das erfordert viel obere Bauchmuskulatur und ist erst mal eine Herausforderung. Es ist allerdings auch reine Gewöhnungssache. Wenn du dein Becken nicht nach vorn bringst und die Knie zu weit von deiner Brust entfernt sind, ist die Gewichtsverlagerung deines Körpers nicht optimal, um den Oberkörper im nächsten Schritt nach hinten unten zu bringen. Zeichen dafür, dass du nicht genug crunchst, wäre beispielsweise das Gefühl, dass dein Po zu schwer ist und nicht nach oben will. Bei einem sauberen Crunch ist dein Po bereits über den tiefsten Punkt hinweg und du musst nur noch die Spannung halten und die Arme strecken, um einen fantastischen Invert hinzulegen. 

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Invert Checkliste

  • Hüfte vor der Stange
  • Hände ungefähr auf Augenhöhe, innerer Ellenbogen zeigt nach vorn
  • maximaler Crunch

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Ich wünsche dir viel Spaß und gutes Gelingen mit deinem Invert.

Wenn du weitere Fragen oder Anmerkungen hast, schreib mir doch einen Kommentar.