Ich habe etwas unglaubliches gelesen. Es gibt einen Trick, mit dem du deinen eigenen Körper überlisten kannst und dich nach weniger als 2 Minuten selbstsicher(er) fühlen. (Und spoiler alert gleich vorneweg – es funktioniert!)

Ach, Selbstsicherheit. Alle scheinen sie zu haben außer man selbst. Wenn ich in einer dunklen Stunde durch Facebook und Instagram scrolle, dann packt mich schon mal das wahre Grauen. Wie stark all diese Pole Tänzerinnen sind, wie gelenkig, wie elegant, wie kreativ, wie innovativ und wie gut ausgeleuchtet. Wo nehmen sie die Kraft und die Zeit her all diese tollen Tricks zu erlernen? Wo holen sie sich die Inspiration immer etwas Neues zu erschaffen? Und was bin ich eigentlich für eine lausige Tänzerin dagegen. Keine Selbstsicherheit weit und breit. 

Was habe ich eigentlich für eine Berechtigung in der Pole Welt, fragt eine gemeine Stimme in meinem Kopf? Wer erlaubt mir andere zu trainieren, wer sollte mich auf Instagram sehen wollen, wer will auf Facebook von mir hören, was weiß denn ich? Je nach Situation wird die Stimme auch mal zum Gebrüll. Vor einem Auftritt: Deine Choreografie ist langweilig, deine Tricks sind viel zu einfach, du wirst runterfallen. Bei einem Photoshoot: Du bist dick, du hast Cellulite, deine Füße sind nie gestreckt. Manchmal fühle ich mich so unsicher, dass ich mich einfach nur gern verstecken würde.

Wie aber wird man selbstsicherer? Amy Cuddy rät Fake it ‚til you make it, also gib es vor, bis es stimmt. Gib so lange Selbstsicherheit vor bis du selbst an dich glaubst. Amy Cuddy ist Professorin und Wissenschaftlerin an der Harvard Business School und hat herausgefunden, dass unsere Körpersprache nicht nur beeinflusst, wie andere uns wahrnehmen, sondern auch wie wir uns selbst wahrnehmen. Es gibt Körperhaltungen, die deinem Gegenüber signalisieren, dass du unsicher bist. Dann wiederum gibt es Körperhaltungen, welche ausstrahlen, dass du selbstsicher und überzeugt von dir bist. Wie können wir aber dafür sorgen, dass wir in Situationen, in denen wir eigentlich unsicher sind, beispielsweise vor einem Pole Auftritt, sicher wirken und uns auch so fühlen?

Amy Cuddy hat in ihrer Forschung festgestellt, dass es universelle Power Haltungen gibt. Wenn beispielsweise eine Siegerin bei Olympia ins Ziel läuft, dann reißt sie die Arme in die Luft, egal welchen kulturellen oder religiösen Hintergrund sie hat und interessanterweise auch, wenn sie blind ist und die Pose noch nicht bei anderen gesehen hat. Andere Power Haltungen sind beispielsweise die Hände in die Hüften gestützt, wie Superwoman, oder die Arme hinter dem Kopf verschränkt. Haltungen, die nach außen unsicher wirken sind beispielsweise zusammengesunken sitzen, Arme vor der Brust verschränkt oder Arme vor dem Körper und eine Hand am Hals. Amy Cuddy hat nun herausgefunden, dass wenn du eine der Power Haltungen für ca. 2 Minuten einnimmst, dann überlistest du dich selbst und fühlst dich automatisch selbstsicherer und stärker. Das ist kein Quatsch. Probier es jetzt gleich aus.

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Und? Mein Power Haltung ist das siegesfreudige Arme in die Luft reißen und wenn ich dann so vor meinem Laptop sitze, muss ich immer Lachen. Allein das tut gut. Ich finde allerdings auch, dass diese Haltung unglaublich befreiend wirkt. Wann macht man sich schonmal groß und öffnet die Körperhaltun weit auf? Ich wende meine Power Haltung nun immer an, wenn mich mal Selbstzweifel oder Ängste überkommen. 

Was hälst du von Power Posen? Hattest du Erfolg damit? Was tust du, um selbstsicherer zu werden?

Weitere detaillierte Informationen zu der Forschung von Amy Cuddy, sowie ihre berührende Geschichte von Fake it ‚til you make it, kannst du hier in Amy Cuddy’s TED talk sehen.