Dakota Fox war die erste Pole Tänzerin, von der ich mir Videos auf YouTube angesehen habe und versucht habe sie nachzuturnen. Leider, natürlich oft nur mit mäßigem Erfolg, denn Dakota Fox ist ein wahres Kraftpaket und Power Bündel. Trotzdem, ihre Videos sind sehr gut erklärt und mit ein bisschen Übung auf jeden Fall machbar. Auch heute noch sehe ich sie mir immer wieder gern an, wenn ich ein bisschen Inspiration brauche.

Ich freue mich, dass sie uns heute ein paar Fragen zu Training als Anfänger, Was macht einen guten Trainer aus, sowie gesunde Ernährung mit wenig Aufwand beantwortet hat…image1

  1. Als ich mit Pole Dance angefangen habe, war ich ein großer Fan deiner YouTube-Videos, die einfache Anfänger bis Fortgeschrittenen Kombos zeigen. Ich bewundere deinen zugänglichen Stil. Was ist dein Pole Motto?

Vielen Dank! Ich liebe, dass Pole Dance eine unendliche Reihe an Möglichkeiten bietet, egal, was deine Stärke ist. Es gibt immer etwas Neues zu lernen oder aus zu probieren. Ich unterrichte besonders gern und liebe es anderen zu helfen ihre körperlichen Ziele zu erreichen und gleichzeitig ihre emotionalen Hürden zu überwinden. Ich versuche meine Schülerinnen immer wieder daran zu erinnern (und es auch selbst immer im Hinterkopf zu behalten), dass Pole Dance eine Reise ist. Man sollte jeden Moment, jeden kleinen Erfolg genießen … und sein Bestes geben, um sich nicht negativ mit anderen zu vergleichen. Jede Reise ist individuell und ein Unikat von Anfang bis Ende. Jeden Tag werden wir an unangemessenen Normen gemessen. Unsere Pole Reise sollten wir also so gestalten, dass sie sicher, wertfrei ist und vorallem Spaß macht.

  1. Wie sieht deine perfekte Trainingseinheit aus?

In einem perfekten Szenario würde ich gerne ausgeruht 3-4 Stunden im Pole Studio sein und am besten noch mit einigen Pole Freunden trainieren! Ich bin schrecklich darin allein zu trainieren. Ich sitze meist erst mal für ungefähr eine Stunde herum, bevor ich mich tatsächlich motivieren kann zu trainieren. In einem perfekten Szenario würde ich mich eine gute Stunde lang richtig warm machen und stretchen, mich dann vielleicht mit Floorwork auf dem Boden herumwälzen und noch ein bisschen Hand-Balance üben. Für die nächsten 1,5 bis 2 Stunden würde ich hart an der Pole trainieren, an meiner Technik feilen, meine Wunschliste durchackern, meine Lieblingspoletricks feinabstimmen und neue Übergänge und Variationen erforschen. Dann natürlich noch ein bisschen Pole conditioning. Mein Training würde ich mit einer intensiven Dehnung beenden und zwischendurch natürlich die ganze Zeit snacken!

  1. Was ist dein ultimativer Kraftmove?

Ich liebe alles rund um Aerial Handstands und Grips. Also beispielsweise elbow grip, cup grip, twisted grip und handshake grip. Es macht mir Spaß immer neue und interessante Arten zu finden, wie ich in diese Tricks komme und neue Übergänge zu erforschen (Deadlifts, Flips, Pops oder sneaky thread-throughs). Es ist so eine aufregende Möglichkeit, die wahre Stärke und Macht zu zeigen, die an der Pole gefunden werden kann.

  1. Mit welchem Pole Move sollte ein Pole Anfänger beginnen um Kraft aufzubauen?

Ich bin der Meinung, dass es für Anfänger besonders wichtig ist eine starke Grundlage zu schaffen und von Anfang an zu lernen, wie man richtig trainiert. Der Fokus sollte auf guter Technik liegen (kontrollierte Aufgänge – keine Springen oder Kicken, die richtigen Muskelgruppen identifizieren, die man für Spinning oder Halten anspannen muss, etc). Übungen wie Pole Holds, Pole Ups, Invert Vorbereitungsübungen & Kletterübungen werden alle Wunder tun. Ich finde auch, dass ein paar zusätzliche Yoga & Pilates Übungen als Ergänzung zum Pole Training Anfängern wirklich helfen können schneller Kraft aufzubauen.

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  1. Folgst du einer gewissen Diät, um dein Krafttraining zu unterstützen?

Ich bin Laktoseintolerant. Ich habe also schon länger keinen Käse oder Milchprodukte im allgemeinen mehr gegessen. Im vergangenen Sommer habe ich außerdem festgestellt, dass Gluten meine Schilddrüsenerkrankung (Hashimoto / Hypothyreose) stark fördert. Ich hatte Schlaf-, Verdauungs-, Muskel-, emotionale – und kognitive Probleme. Seitdem habe ich (meistens) seit nun ca. 7 Monaten kein Gluten mehr gegessen.

Es hat eine Weile gedauert bis ich heraus gefunden habe, wie ich meine Ernährung abwechslungsreich ohne Getreideprodukte gestalten kann (Ich liebe Nudeln, Brot und Bier – Das war sooo SCHWER). Außerdem unterrichte und trainiere ich VIEL und wenn ich meinem Körper nicht ordentlich versorge, dann spüre ich das sehr und falle tief. Inzwischen habe ich den Dreh größtenteils raus. Die Umstellung erfordert lediglich mehr Essens- und Snackplanung, weil man schlecht Essen unterwegs kaufen kann. Und jetzt habe ich das Gefühl, dass ich die ganze Zeit esse und snacke. Ich versuche mich auf Snacks & Gerichte zu fokussieren, die Protein & Kohlenhydratkombinationen enthalten. Zum Frühstück beispielsweise esse ich 3 Eier mit Spinat, Kartoffeln, Zwiebeln aus der Pfanne mit Kokosnussöl und Truthahn Bacon. Ein einfacher Snack für Zwischendurch sind Apfelscheiben mit Erdnussbutter. Ich esse nicht viel rotes Fleisch, einfach weil es mir nicht besonders bekommt und tendiere eher zu Hühnchen oder Truthan.

Ich mag das Wort „Diät“ nicht, wenn es sich auf das Gewicht bezieht. Ich kümmere mich nicht um mein Gewicht. Ich esse, wenn ich hungrig bin und bis ich voll bin. Ich passe nur besser auf, was ich meinem Körper zuführe! Ich bin sehr aktiv, also sind definierte Muskeln, Kraft und ein gesundes Gewicht eher ein wundervoller Nebeneffekt.

  1. Wie gleichst du dein Training aus trotz deiner Präferenz für Kraftmoves?

Das war wirklich lange ein Kampf für mich! Ich höre aber auf meinen Körper und versuche extremes Krafttraining nur ein oder zwei Mal die Woche zu machen. An den anderen Tagen versuche ich Low-Level-Flow zu tanzen, Floor work und Flexibilitätstraining zu absolvieren. Trainiere klug (nicht unbedingt härter) ist ein wichtiges Motto, um unnötige Verletzungen zu vermeiden. Außerdem – all die verrückten Kraft moves sind toll und ich liebe sie, aber sie sehen schrecklich aus, wenn man keine Anmutigkeit besitzt und nicht flüssig hinein oder hinaus kommt.

  1. Gibt es etwas, das du beim Pole noch nicht ausprobiert hast, aber auf jeden Fall noch willst?

Ich bin immer offen neue Dinge zu lernen und auszuprobieren. Jedes Mal, wenn ich auf Reisen bin, versuche ich eine Schülerin zu sein, egal wo und egal auf welchem Level der Kurs ist. Es macht genauso viel Spaß die Grundlagen zu wiederholen, wie es Spaß macht im „Biest“ Modus zu trainieren. Und ich liebe es auf einer persönlichen Ebene als Trainerin zu wachsen und mich zu entwickeln, damit ich auch weiterhin effektiv kommunizieren und anleiten kann.

  1. Eine großartige Pole Tänzerin zu sein bedeutet nicht eine großartige Pole Trainerin zu sein. Welche Eigenschaften machen eine großartige Trainerin aus? Sind Zertifikate notwendig?

Diese Frage verdient eigentlich einen Artikel für sich,aber um es kurz zu machen – du hast Recht, eine gute Pole Dancerin ist nicht immer gleich eine gute Trainerin. Eine gute Trainerin ist jemand, die für alle Lernarten kommunizieren kann (akustisch, visuell, etc.). Jemand, die eine Technik so weit herunter brechen kann und sichere und vernünftige Trainingspunkte anbieten, die Schüler auf allen Leveln verstehen und durcharbeiten können. Unterrichten bedeutet nicht nur demonstrieren. Es bedeutet den Schülern auf den Weg des Erfolgs zu bringen und machbare Meilensteine auf diesem Weg festzulegen.

Während ich denke, dass ein Zertifikat nicht notwendig ist, bin ich doch überzeugt, dass selbst Trainerinnen immer nach Möglichkeiten suchen sollten ihr Repertoire an Unterrichtstechniken und Fähigkeiten zu erweitern und auszubauen. Pole bezogen oder nicht! Ich liebe es anderen Trainerinnen & Studios im Allgemeinen zu helfen ihr Pole Programm auf die nächste Ebene zu bringen – etwas, das ich beispielsweise durch das Aradia Fitness USA Studio-Lizenzprogramm anbiete!

  1. Wie würdest du deinen Unterrichtsstil beschreiben und worauf achtest du beim Unterrichten am meisten?

Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich meinen Unterrichtsstil bezeichnen würde! Ich versuche immer alles ein bisschen aufzulockern und verschiedene Stile zu mischen, von albernen zu ernsteren Stunden, von Stunden, die auf Tricks fokussieren zu Stunden, die auf Tanz oder Bewegungsprinzipien fokussieren. Ich hoffe einfach, dass ich die Begeisterung meiner Schüler und ihren Erfolg wirksam unterstützen kann.

Vielen Dank, Dakota!