Gestern habe ich den Dokumentarfilm Dance for Me auf Netflix geschaut und war sehr ergriffen. (Ok, ich habe geweint.) Der Film hat mich wirklich bewegt und ich habe mir mal wieder die Frage gestellt, ob ich eigentlich genug investiere, ob ich passioniert genug an meinen Träumen arbeite.

Dance for Me erzählt von dem 15-jährigen Egor, der Russland verlässt, um in Dänemark Tuniertänzer zu werden. Tuniertanz ist in Dänemark sehr groß und wenn aus den eigenen Reihen kein Partner passt, dann wird auch mal über die Landesgrenzen hinaus rekrutiert. Egor, jedenfalls, wird der neue Tanzpartner der 14-jährigen Mie und zieht so lange bei ihrer Familie ein. Der Film begleitet nun vor allem Egor in seinem Alltag und bei den Herausforderungen mit der neuen Sprache, Kultur und Familie.

Ich finde Egors Hingabe und Willen zutiefst beeindruckend. Mitten in der Pubertät, einer Phase, die bereits verwirrend und ungewiss genug ist, verlässt er seine Eltern und macht sich ganz allein auf zu einer Reise ins vollkommen Ungewisse. Dance for Me beschönigt hierbei nichts. Der Film zeigt die Spannungen zwischen Mie und Egor, die auf einmal Geschwister sein müssen, obwohl sie vielleicht nicht einmal Freunde wären. Er zeigt auch, dass Mie’s Familie, trotz aller Mühen, nicht schafft Egor zu integrieren und den Umstand aufzuheben, dass es sich um eine Zweckgemeinschaft handelt. Und der Film zeigt Egor’s Einsamkeit. Egor hat nie jemanden, mit dem er seinen Erfolg teilen kann oder der seine schweren Momente mit ihm durchsteht. Er muss alles mit sich alleine ausmachen und er gibt trotzdem nicht auf.

Dance for Me hat mich berührt und ich frage mich muss man so hingebungsvoll sein wie Egor um es zu schaffen? Gibt es wirklich keinen leichteren Weg? Pole ist meine große Leidenschaft und auch sonst habe ich klare Ziele im Leben, aber bin ich vielleicht nicht bereit genügend zu opfern? Müsste ich noch härter mit mir sein? Und was macht Egor an Tagen, die schlecht laufen? Wo nimmt er immer die Kraft her weiterzumachen? Bin ich vielleicht ein Weichei?

Was denkt ihr über eure Einstellung? Verfolgt ihr eure Ziele energisch genug? Habt ihr vielleicht Gründe, warum ihr bewusst nicht so konsequent seid? Plagt euch auch manchmal das schlechte Gewissen? Fühlt ihr euch auch manchmal überwältigt von all den motivierten und ehrgeizigen Leuten, um euch herum?

(Photos via PBS)