Ich hoffe, dass du wundervolle Weihnachtsfeiertage hattest und gut ins neue Jahr gekommen bist. Wenn es dir wie mir geht, dann war Weihnachten essenstechnisch die totale Eskalation. Ich habe Weihnachten, sowie die Feiertage mit meiner Familie verbracht und habe mich praktisch nur vom Frühstück, zum Mittag, zum Kaffeetrinken, zum Abendbrot gerollt. Ich weiß nicht, ob das Einbildung ist, aber ich habe das Gefühl, dass ich noch kein Jahr so viel gegessen habe, wie diese Feiertage. Ich denke der absolute Höhepunkt, an dem ich beschlossen habe im Januar etwas zu ändern, war am 2. Weihnachtsfeiertag erreicht, als ich mit der gesamten Familie um 11 Uhr morgens schon beim Griechen saß und die Beilage Reis UND Pommes war (Nein, nicht oder!). 

Na jedenfalls – du ahnst es schon – habe ich seit dem neuen Jahr meine Ernährung umgestellt. Für mich war eine Ernährungsumstellung schon lange überfällig, denn ich habe festgestellt, dass ich sportlich nicht in dem Tempo weiterkomme, wie ich mir das vorstelle und dass sich meine Muskeln oft müde und schlapp anfühlen, trotz ausreichend langen Regenrationsphasen. Weihnachten war der letzte Auslöser, den ich brauchte, um endgültig zur Tat zu schreiten.

Ich weiß, dass draußen ein Ernährungsdschungel herrscht, der einen schier in den Wahnsinn treibt. Ich möchte dir aus diesem Grunde heute ein paar tolle Artikel, sowie meinen Prozess vorstellen, warum ich mich für die Ernährung entschieden habe, die ich jetzt befolge und wie ich dahin gekommen bin.

Was habe ich bisher gegessen?

Meine Eltern haben immer sehr großen Wert auf gesunde Ernährung gelegt und bereits im Reformhaus gekauft, als Bio noch kein Lifestyle war. Als Kind war Saft für mich etwas besonderes, Süßigkeiten gab es eigentlich nur zu besonderen Anlässen. So sehr mich das als Kind geärgert hat, heute bin ich meinen Eltern sehr dankbar. Ich bin dazu erzogen worden viel selbst zu kochen. Fertiggerichte gibt es nicht. Ich habe gelernt immer auf die Qualität von Lebensmitteln zu achten und gute Lebensmittel wertzuschätzen. Vorallem aber gehören Süßigkeiten (jedenfalls industriell hergestellte – ich bin der totale Kuchenzahn) nicht zu meinem Einkauf. Ich habe mich also, denke ich, schon vor meiner Umstellung sehr gesund ernährt. Allerdings habe ich gegessen worauf ich Lust hatte, wann ich Lust hatte und vor allem viele Getreideprodukte: Nudeln, Kuchen, Backwaren.

Was esse ich jetzt?

Sich für die richtige Ernährung zu entscheiden ist sehr schwierig. In Die ZEIT stand mal ein toller Artikel, der aufgeführt hat, wie das gleiche Lebensmittel für die einen ein Superfood ist und von den anderen verdammt wird. Was ist also richtig, was ist falsch? Wem kann man glauben? Gibt es die perfekte Ernährung? Mark Maslow hat einen super Artikel geschrieben, der mich sehr angesprochen hat. Es gibt nicht eine perfekte Ernährungsweise, die für jeden funktioniert. Jeder Körper, jedes Verdauungssystem ist anders. Menschen führen unterschiedliche Lebensstile, haben Allergien und Unverträglichkeiten oder stammen auch einfach aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. Nicht jeder verträgt Kohlenhydrahte, nicht jeder fühlt sich durch das Weglassen von tierischen Lebensmittelen energetisiert. Mark Maslow schreibt außerdem, dass man sich nicht strikt innerhalb der einzelnen Ernährungskategorien bewegen muss (vegan, vegetarisch, highcarb, lowcarb, paleo), sondern dass man mit einer guten Vorstellung von gesunder Ernährung und einer umfassenden Kenntniss der Lebensmittel sich auch gut seine eigene Ernährungsweise zusammenbauen kann.

Wenn du mir schon eine Weile folgst, dann wirst du wissen, dass ich schon länger mit Paleo geliebäugelt habe. Diese Ernährungsform entspricht am ehesten dem, wie ich mich zuvor ernährt habe und erscheint mir persönlich am sinnvollsten. Viele Sportler essen außerdem Paleo und da wollte ich den Trend nicht unprobiert lassen. Trotzdem gibt es auch bei Paleo ein paar Lebensmitteleinschränkungen, die ich so nicht ganz unterschreiben würde, womit wir wieder bei Mark Maslow wären. Ich esse also derzeit keine Getreideprodukte und fokussiere meine Ernährung auf Nüsse, Samen, Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Gemüse, Obst. 

Warum nicht Paleo?

Ich habe mich aus diversen Gründen gegen eine reine Paleo Diät entschieden und mir hat der Blog Urgeschmack bei meiner Entscheidung sehr weitergeholfen. Urgeschmack schreibt, dass wenn man lokal und saisonal kocht, viel frisches Obst und Gemüse isst, Zucker/Getreide/Pflanzenfette (mit Ausnahmen) meidet, dann hat meine seine Ernährung bereits zu 90% gesund umgestellt. Paleo beispielsweise sieht vor, dass man zwar Eier essen darf, aber ansonsten keine Milchprodukte. Ich denke, dass mich eine solch radikale Ernährungsumstellung überfordern würde. Milchprodukte ja oder nein ist auch unter den Paleo Anhängern immer noch ein umstrittenes Thema. Ich werde mich also erstmal an die neue Ernährungsweise gewöhnen und dann gegebenenfalls auch mal ausprobieren Milchprodukte wegzulassen. Paleo ist auch an anderen Stellen strenger, was beispielsweise Samen oder gewisses Gemüse angeht, als ich das derzeit sein möchte. Nicht alles kann ich nachvollziehen und mache deshalb sozusagen eine abgeschwächtere Paleo Variante. Übrigens, den Verzicht auf Milchprodukte hebe ich mir ja für später auf, doch bereits jetzt habe ich festgestellt, dass ich automatisch weniger konsumiere ohne groß darüber nachzudenken. Ohne Brot mit Butter und Käse, ohne Cornflakes mit Milch, ohne Spaghetti mit Käse – ergibt sich das irgendwie ganz von selbst. Also, was erstmal irre kompliziert klingt, löst sich dann manchmal auch von allein.

Fazit

Wenn du das Gefühl hast, dass du mit deiner Ernährung deinen Körper nicht optimal unterstützt, dann probier doch mal ein bisschen rum. Lass Kohlenhydrate weg und iss mehr gesunde Fette. Lass vielleicht Kohlenhydrate an ein paar Tagen weg und mach dann sogenannte Carb-Days. Probier Fleisch oder Milchprodukte wegzulassen. Tob dich einfach ein bisschen aus. Nimm es dabei mit den Regeln innerhalb der einzelnen Ernährungskategorien nicht so genau, sondern höre auf deinen Körper und wonach er verlangt. Koche außerdem so viel du kannst selbst und achte immer darauf gesunde, hochwertige Lebensmittel zu kaufen. Wenn du dich dann entschieden hast deine Ernährung umzustellen, gehe gemächlich Schritt für Schritt vor. Wenn du auf einmal keins deiner liebsten Lebensmittel mehr essen darfst, ist die Wahrscheinlichkeit, dass du deine neue Ernährung durchhälst, sehr gering. Gewöhne dich also erstmal an eine Komponente und stelle nach und nach um.

Was sind deine neuen Vorsätze für das neue Jahr? Hast du bereits verschiedene Ernährungen ausprobiert? Was sind deine Erfahrungen? Was hat für dich funktioniert? Wie hälst du durch?

PS. Das sind übrigens meine Pole Vorsätze für das neue Jahr.

(Photo by Vicuschka/photocase.de)