Ich wundere mich viel. Ich wundere mich, warum eigentlich viele andere Pole Sportler so viel schneller besser werden als ich. Ich wundere mich, warum ich so viele Tricks habe, an denen ich bereits seit Jahren übe und die ich einfach nicht von meiner Liste bekomme. Ich wundere mich, warum ich definitiv keinen der neuen, angesagten Tricks bei Instagram kann. Ich wundere mich oft, warum es das Leben so hart mit mir meint. Bis ich eine gute Freundin getroffen habe, die mir zwei Fragen gestellt hat und die alles grundlegend verändert haben.

Die Fragen lauten: Was willst du wirklich im Leben und gleichzeitig Wofür bist du bereit Opfer zu bringen? Auf Instagram finden wir eine Million Motivationssprüche, die uns erzählen, wir dürfen nie aufhören zu träumen und müssen immer fest glauben, dann könnten wir alles erreichen. Was uns diese Sprüche allerdings verheimlichen, ist, dass wir gar nicht jeden Traum wirklich wollen und nicht bereit sind die entsprechenden Opfer zu erbringen. 

Natürlich möchte ich die neue Oona Kivela werden und es nach ganz oben schaffen. Bin ich allerdings bereit meine ganze Freizeit im Pole Studio oder Fitness Studio zu verbringen? Bin ich bereit meine Ernährung anzupassen, meine Beziehung hintenan zu stellen und weniger Geld in Kauf zu nehmen, um verkürzt zu arbeiten? Bin ich bereit in jeder Verfassung zu trainieren und monatelang für Workshops um die Welt zu touren? Nicht, dass jeder große Pole Star genau diese Dinge getan hat, aber du verstehst die Idee. 

Ich habe diese Fragen für mich beantwortet und festgestellt, dass Pole immer ein großer, wichtiger Teil meines Lebens sein wird, dass ich allerdings nicht bereit bin alle Opfer zu bringen. Ich liebe meine Familie, meinen Freund, meinen Job und wenn ich eine Entscheidung treffen muss, dann fällt sie auch mal gegen Pole aus. Dann gehe ich einfach mal ins Kino, dann esse ich einfach mal drei Stück Kuchen, dann nehme ich an einem späten, wichtigen Meeting teil.

Die Frage hat mir eine unendliche Laste genommen, denn seit ich mir diese beiden Fragen beantwortet habe, brauche ich mich nicht mehr zu wundern. Ich weiß, warum ich langsamer vorwärtskomme und nicht ganz so gut bin, wie andere. Ich weiß, woher die Unterschiede kommen, aber es ist nicht mehr nur das unfaire Leben, sondern meine eigene Entscheidung. Ich weiß, was ich tue.

Jetzt bist du dran: Was willst du wirklich im Leben und wofür bist du bereit Opfer zu bringen?

(Photo by Jimmy Brown)