Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie es mir, vor allem am Anfang meiner Pole Karriere, schwer gefallen ist allein und nur für mich zu trainieren. Die Übungen, die ich beherrschte, konnte ich an einer Hand abzählen und Kraft oder Ausdauer waren auch kaum vorhanden. Nach 20 Minuten war dann mein körperliches und geistiges Repertoire erschöpft und ich habe mein Pole Studio frustriert verlassen. 

Es ist anstrengender und schwieriger für sich allein zu trainieren. Während des Unterrichts ist man vielleicht effektiv die Hälfte der Zeit an der Stange. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass mir beim freien Training einfach irgendwann die Inspiration ausgegangen ist. Es fehlt der konstante Input durch den Trainer. 

Um dich in deinem freien Training ein bisschen zu unterstützen, verrate ich dir heute ein paar Tipps, wie du besser für dich allein trainierst.

Bereite dich vor – Du willst gewisse Figuren, Kombinationen wiederholen oder einfach nur ein bisschen Freestylen? Bereite dich mental darauf vor. Lege fest welche Übungen du noch einmal frei wiederholen möchtest. Sieh dir vielleicht noch einmal die technische Erklärung dazu an oder Videos, wie du diese Figuren schön variieren könntest. Du solltest jedenfalls einen ungefähren Plan haben, was du mit deinem freien Training anfangen möchtest.

Setze dir einen Zeitrahmen und halte ihn ein – Ich habe mir meist eine Stunde freies Training geplant und bin dann nach 20 Minuten nach Hause gegangen. Mache es besser und zwinge dich die Stunde auch im Studio zu bleiben. Du weißt jetzt schon, dass du keine Stunde an der Stange durchhälst? Dann mache ein längeres Aufwärm-Training, vielleicht mit einer Kombination von Muskelaufbau. Du hast einfach keine Kraft mehr? Dann nutze die verbleibende Zeit, um dich ausgiebig zu dehnen. Um generell besser durchzuhalten, teile dir deine Kraft gut ein. Du könntest beispielsweise mit Übungen beginnen, die du bereits kennst und nur wiederholst, anstatt ausschließlich neue Figuren zu trainieren.

Lege dich auf eine Handvoll an Übungen fest – Ich bin ein Fan von weniger aber besser. Ich bin also überzeugt, dass du im Training weiter kommst, wenn du konsequent an einer Handvoll von Übungen trainierst, anstatt viele Übungen leicht anzuschneiden. Dir fehlt der Bizep zum Shoulder Mount? Integriere den Shoulder Mount und ähnliche Übungen in dein Training bis du genügend Kraft aufgebaut hast. Du wirst so schneller Erfolge erzielen, als wenn du an 10 Übungen gleichzeitig trainierst. Damit meine ich übrigens nicht, dass du nicht immer wieder alte Übungen wiederholen sollst. Aber die Anzahl der Figuren, die du von Grund auf neu lernen musst, solltest du besser beschränken.

Quäl dich – Beim freien Training fehlt der gewohnte Drillmeister (Trainer) und ich neige gern dazu mich ohne den Ansporn leichter davon kommen zu lassen. Setze dir also klare Ziele, was du wie oft trainieren willst und vor allem quäl dich auf beide Seiten.

Achte auf deine Sicherheit – Ich weiß, der Drang sofort an die Stange zu gehen ist groß und Warm-Up erscheint wie eine müßige Hürde. Ich mag auch gar nicht daran denken, was für Warm-Ups ich früher gemacht habe und weiß gar nicht, wem ich dafür danken soll, dass mir nichts passiert ist. Habe immer im Kopf – deine Sicherheit geht vor. IMMER! Du sparst vielleicht 5 Minuten Aufwärmung, aber zerrst dir eine Sehne und fällst monatelang aus. Das gleiche gilt für Figuren, die gefährlich sind und die du nicht beherrschst. Mache nichts im freien Training, wofür du eigentlich eine Anleitung und Hilfestellung bräuchtest. Die Verletzungsgefahren für deinen Körper sind real. 

Hab Spaß – Vielleicht erwischst du einen schlechten Tag. Vielleicht bist du nicht so gut, wie in der Stunde. Vielleicht klappt eine Figur nicht mehr, die gestern noch geklappt hat. Egal. Du machst Pole, weil du es liebst. Also hab vorrangig Spaß in deinem freien Training. Du bist schließlich freiwillig da. 

Wie motivierst du dich in deinem freien Training? Was sind deine Tipps um allein zu trainieren?