Als ich mit Pole Sport begonnen habe, war ich ziemlich schnell der Meinung, dass ich ohne eine Pole Zuhause einfach nicht mehr schnell genug weiter komme. Wenn ich doch nur eine Stange hätte und auch Zuhause immer trainieren könnte – ach, welche Figuren ich doch dann schon alles beherrschen würde und wie viel Geld ich sparen könnte. Ich stände ja praktisch schon kurz vor der Meisterschaft.

In meiner neuen Wohnung wurde mir dann mein lang ersehnter Traum erfüllt und ich bekam endlich meine ganz eigene Pole für Zuhause. Tja und da ist sie nun – silbrig glänzend, mitten im Wohnzimmer und wohl das schönste Deckenstabilisations-Element im ganzen Gebäude. Aber benutzen tue ich sie leider kaum.
Jeden Tag schleiche voll schlechten Gewissens an meiner Pole vorbei und nehme mir ganz fest vor morgen (aber morgen dann wirklich) mich mal wieder dran zu hängen und ordentlich zu trainieren. Aber heute und auch morgen kommt immer etwas dazwischen. Ich koche dann ’nur noch schnell‘ etwas, ich räume ’nur noch kurz‘ auf, ich verabrede mich mit Freunden oder die Couch gewinnt, die psychologisch unklug direkt neben meiner Stange steht.

Seit kurzem allerdings wende ich diesen super simplen Trick an und meine Pole erhält wieder angemessene Aufmerksamkeit. Der Knackpunkt ist doch in 90% der Fällen wirklich, dass man ja gern trainieren würde, aber dann kommt viel und oft etwas dazwischen. Aus diesem Grunde blockiere dir deine Trainingszeiten Zuhause im Kalender. Ich habe mir drei feste Trainingszeiten die Woche ins Handy eingespeichert. Diese Termine verplane ich mir nicht und ich behandle sie, als wären es beispielsweise Polekurse, die ich fest immer in diesem Zeitraum besuche. So verhinderst du, dass du dich in diesem Zeitraum mit Freunden verabredest oder dir allgemein etwas anderes vornimmst. Richte dich den ganzen Tag darauf ein, dass du in deinem festgelegten Zeitraum trainieren wirst. Erledige alle Tätigkeiten vor und nach dieser Zeit.

Außerdem wichtig bei Sport Zuhause:

  • sorge dafür, dass du genug Platz hast. Wenn du erst ewig herum räumen musst, bevor du beginnen kannst, dann ist das sicherlich oft ein Ausschlusskriterium für die nächste Trainingseinheit. Bei Pole gilt: Stelle deine Stange so auf, dass du auch genug Platz hast und wenigsten alle statischen Figuren ausführen kannst;
  • versuche einen Zeitraum zu finden, in welchem du alleine bist. Partner, Mitbewohner, Kinder usw. lenken einen oft während des Trainings Zuhause ab. Natürlich, muss man nehmen was man kriegen kann, aber wenn es regelmäßige Zeiträume geben sollte, in denen du in deinem Zuhause alleine bist, dann nutze diese;
  • kaufe dir Videos oder Bücher. Mir fällt es immer leichter Leuten nach zu ’sporten‘. Gerade bei Übungen, die sehr unangenehm werden oder lange gehalten werden, hilft es mir, wenn jemand zählt beziehungsweise mitmacht. Ansonsten tendiere ich leicht dazu frühzeitiger abzubrechen, als ich das eigentlich tun würde. Eine tolle Seite für Homevideos mit einem breiten Angebot ist beispielsweise Codyapp. Leider sind alle Videos nur auf Englisch;
  • motiviere dich mit Musik. Musik ist beim Sport wirklich essentiell;

Und noch ein kleiner Tipp aus Liebe zu unseren Mitmenschen:

  • achte auf die Uhrzeit. Ich habe es bereits geschafft die Nachbarn über und unter mir zu verärgern, die dann geballt vor meiner Haustür standen. Treiben Sie etwa Sport oder was rumpelt hier so?Nööööööö. Natürlich nicht! Ich weiß gar nicht was Sie meinen (Ups).

Was sind eure Tricks, um euch auch Zuhause zum Sport zu motivieren? Oder macht ihr gar keinen Sport Zuhause?